016

Us

The Hartz Project, Hongkong, 21.03.2026 – 25.04.2026

Die Gruppenausstellung 'Us' vereint acht zeitgenössische Künstler:innen: Robert Russell, Rachel Lancaster, Kevin Yaun, Dani McKenzie, Steffen Kern, Jonah Gebka, Michael Angel und Arnaud Adami.

Das zweite Kapitel des Projekts findet in Hongkong statt. Während die Berliner Ausgabe die Intimität des häuslichen Innenraums in den Mittelpunkt stellte, richtet sich der Blick hier nach außen – auf die Stadt und ihre Dynamiken.

Die gezeigten Arbeiten greifen diesen Übergang von innen nach außen auf: Figuren verschwimmen, Fragmente des Alltäglichen treten hervor, und Objekte tragen Spuren von Erinnerung. Im Rhythmus der Menge und in der Verdichtung des urbanen Raums untersucht die Ausstellung, wie sich ein Gefühl von „Wir“ in Momenten von Nähe, Überschneidung und gemeinsamer Präsenz formieren kann.

'Us' ist als fortlaufendes Projekt konzipiert, das sich in weiteren Städten mit neuen Künstler:innen, Kontexten und Räumen weiterentwickelt.

An installation shot of an art gallery with two paintings and a view onto a wooded area
An installation shot of a painting showing a window and a screen with a person walking through the frame
Two paintings in an art gallery
A gallery space with lots of paintings

015

Settings

Galerie Thomas Fuchs, Stuttgart, 19.09.2025 – 19.10.2025

In den Gemälden der Ausstellung liegt ein besonderer Sog. Durch bewusst gesetzte Achsen, gestaffelte Bildebenen sowie lasierende und opake Farbflächen wird der Blick stufenweise ins Bild hinein gelenkt. Zu sehen sind Szenen anonym bleibender Personen, mal aufmerksam auf ein Gegenüber gerichtet, mal ganz in sich versunken.

Die Betrachtenden werden zu unsichtbaren Randfiguren der Settings, beobachten private Momente über Schultern hinweg oder blicken gemeinsam mit den Figuren in hell erleuchtete Bildschirme. Deren atmosphärisches Licht modelliert Körper und Räume, während Hunde, MacBooks, Zimmerpflanzen und andere Alltagsobjekte die Szenerien bevölkern. Die leuchtenden, teilweise gestisch gemalten Inhalte der Bildschirme kontrastieren mit den flächig gefassten Körpern und Interieurs. Auf den Screens erscheinen makellose Landschaften, Online-Yoga-Videos oder Fragmente von Zeichentrickfilmen. Fenster, Türen, Körper und Bildschirme strukturieren den Bildraum, rahmen den Blick und schichten Bedeutungsebenen.

Exhibition view of two large scale figurative paintings and a small watercolour

Ausstellungsansichten von Jonah Gebka.

Exhibition view of a large scale figurative painting
Small watercolour painting on wall
exhibition view of two large scale figuratove paintings
a row of small watercolours hung on a white gallery wall
a row of small watercolours hung on a white gallery wall

014

Must Be the Weather

Boutwell Schabrowsky, München, 05.07.2025 – 06.09.2025
Jonah Gebkas dritte Einzelausstellung mit der Boutwell Schabrowsky Gallery in München zeigt neue Malereien, die zum Teil für den Ausstellungsraum in der Sandstraße 31 in München entstanden sind.
Gebka's Arbeiten nehmen Bezug auf das häusliche Setting der Galerie, die seit Anfang 2024 Ausstellungen in möblierten Wohnräumen zeigt. Entsprechend begegnet man in den Malereien gedrungenen Körpern beim abendlichen Yoga, nicht-menschlichen Companions in (zu) festen Umarmungen, Fensteraussichten auf wolkenbewegte Himmel, und Skylines, die mehr Stimmung als Geografie sind.
'Must Be the Weather' klingt nach Ausrede, verweist aber auf den Moment, in dem von außen etwas nach innen dringt und die Dinge verschiebt. Licht, Temperatur, Druck. Vielleicht nur ein Luftzug. Vielleicht mehr.
Die Ausstellung wird von einem eigens in Auftrag gegebenen Essay des britischen Autors Sam Johnson-Schlee (Autor von 'Living Rooms', 2022, Peninsula Press) begleitet, der anhand persönlicher Beobachtungen beschreibt, wie Bilder die Wände des eigenen Zuhauses porös werden lassen und somit Stadt und Zimmer einander näher bringen.

Installation shot of a painting in a domestic setting

Ausstellungsansichten von Julia Milberger. Courtesy Boutwell Schabrowsky Gallery.

Installation shot of a painting in a domestic setting, the painting shows a man doing yoga and another man rolling on the floor with a dog
Installation shot of a painting in a domestic setting
Installation shot of a painting in a domestic setting
Installation shot of a painting in a domestic setting
Installation shot of a painting in a domestic setting
Installation shot of a painting in a domestic setting, the painting shows a man doing yoga and another man rolling on the floor with a dog
Installation shot of a painting in a domestic setting
Installation shot of a painting in a domestic setting
Installation shot of a painting in a domestic setting

Text

Essay, Sam Johnson-Schlee

In unserem Haus steht immer irgendetwas im Weg. Als mein Vater vor ein paar Jahren starb, habe ich viele seiner Gemälde mitgenommen, sie aber nie richtig aufgehängt. Ich habe sie hier und da angelehnt stehen gelassen: oben an der Treppe, vor einem Bücherregal. An manchen Stellen liegen Bilder übereinander. Auf dem Kaminsims steht ein gerahmtes Poster, darauf lehnt ein Gemälde von mir, das ich vor Jahren gemacht habe und kürzlich in einer Mappe wiedergefunden habe. Daneben eine Postkarte, ein Teller, eine Sammelkarte.

013

Neue Stille

Kunstmuseum Heidenheim, Heidenheim, 09.11.2024 – 16.02.2025

Angesichts der An- und Herausforderungen der Gegenwart sprechen zahlreiche Indizien für eine neu entfachte Sehnsucht nach Erholung im Freien. Diesen Umstand zum Anlass nehmend, fragt die Ausstellung im Hugo Rupf Saal danach, ob die aktuelle Outdoorbegeisterung ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist, das auch einen Widerhall in der Kunst findet. Lässt sich etwa, 250 Jahre nach Caspar David Friedrichs Geburt, von einem Comeback der Romantik sprechen?

In der Ausstellung laden Fotografien, Gemälde, Fadenmalereien und Videoarbeiten von neun Kunstschaffenden das Publikum dazu ein, künstlerisch interpretierte Landschaften zu erkunden, um dadurch unsere emotionale Reaktion auf Natur, deren Darstellungen und Wahrnehmungen zu reflektieren.

Die Werkschau folgt dabei zwei Narrativen. Hierzu wird in der ehemaligen Schwimmhalle ein intimer Kabinettraum entstehen. Im Inneren laden die meist menschenleeren, bisweilen melancholischen Darstellungen zur stillen Betrachtung ein und fragen danach, ob es in der heutigen, schnelllebigen Zeit überhaupt noch möglich ist, längere Zeit vor einem Bild zu verweilen und hierbei zur Ruhe zu kommen. Dem gegenüber stehen Arbeiten an den Außenwänden des Kabinetts, die unser Verhältnis zur Natur und den Motiven der Romantik kritisch hinterfragen oder bewusst irritieren. Das Ausstellungsheft spiegelt diese unterschiedlichen Zugänge zum Thema wider und nähert sich den gezeigten Werken sowohl auf kunsthistorischer als auch auf persönlicher Ebene (download as PDF).
Künstler:innen: Thomas Bergner, Jonah Gebka, Jan Gemeinhardt, Robert F. Hammerstiel, Karen Irmer, Linda Männel, Jonas Maria Ried & Florian Post, Clemens Tremmel

Exhibition view of three paintings in a museum


Ausstellungsansichten von Ignacio Iturrioz.

Exhibition view of three paintings in a museum

012

Why Look At Humans?

Studio, München, 21.06.2024 – 23.06.2024

In seinem Essay 'Why Look At Animals?' (1980) untersucht der Autor John Berger, wie die uralte Beziehung zwischen Mensch und Natur im modernen Konsumzeitalter zerbrochen ist. Tiere, die früher im Mittelpunkt unserer Existenz standen, werden heute an den Rand gedrängt und auf ein Spektakel reduziert. An einer Stelle schreibt Berger: „…Tiere sind immer die Beobachteten. Die Tatsache, dass sie uns beobachten können, hat jede Bedeutung verloren.“ In einem ersten Versuch, dieser Tatsache Rechnung zu tragen, geht das Ausstellungsprojekt 'Why Look At Humans?' Momenten nach, in denen das Verhältnis zwischen den Arten überdacht werden kann und Blickhierarchien umgekehrt werden: Warum überhaupt Menschen anschauen?
Künstler:innen: Gisela Carbajal Rodríguez, Jonah Gebka, Claudia Holzinger, Felix Klee and Raphael Unger.

An installation shot of two artworks in a studio space

Ausstellungsansichten von Jonah Gebka.

An installation shot of two artworks in a studio space
An installation shot of two artworks in a studio space
An installation shot of artworks in an exhibition space
An installation shot of artworks in an exhibition space
An installation shot of artworks in an exhibition space

011

Hosti·pets

Tiffany Street, Providence, 23.03.2024 – 20.04.2024

Hosti·pets ist eine Ausstellung, die auf eine unmögliche Ethik abzielt und den aporetischen Moment abbildet, in dem der Traum von universeller Gastfreundschaft an seiner eigenen Schwelle scheitert. Die Ausstellung wurde von Dichter und Autor Ulrich Baer kuratiert und kombiniert seinen Text 'Video Nasty' mit einer Videoarbeit des Kollektivs Alterotics, einem Lied des Musikers Big Step, Skulpturen von Eseosa Ekiawowo Edebiri und fünf Aquarellen meiner Serie 'Moody Layouts'.

Three small watercolour paintings hung in a wooden basement

Ausstellungsansichten von Ulrich Baer.

Small watercolour painting hung on a wooden wall
Small watercolour painting hung on a wooden wall
Small watercolour painting hung on a wooden wall
Small watercolour painting hung on a wooden wall
Small watercolour painting hung on a wooden wall

Text

Double Double, Magdalena Wisniowska

…There are two very different types of relations: intrinsic relations of couples involving well-determined aggregates or elements (social classes, men and women, this or that particular person), and less localizable relations that are always external to themselves and instead concern flows and particles eluding those classes, sexes, and persons. Why are the latter relations of doubles rather than of couples? (1)

009

Moody Layouts

Strobe, New York, 20.10.2023 – 22.10.2023

Die dreizehn in 'Moody Layouts' gezeigten Aquarelle zeigen verschiedene Figuren und Objekte in einem Raster aus Karomustern. Die Gemälde wurden in regelmäßigen Abständen im gesamten Ausstellungsraum gehängt und von einem kurzen Vers in der Pressemitteilung begleitet (als PDF herunterladen).

Installation view of the exhibition

Ausstellungsansichten von Dominik Bindl und Jonah Gebka.

Painting from the series Moody Layouts
Installation view of the exhibition
Installation view of the exhibition
Installation view of the exhibition
Installation view of the exhibition
Installation view of the exhibition

008

Blue Light

Boutwell Schabrowsky, München, 20.10.2022 – 26.11.2022

'Blue Light' bestand aus sechs im Galerieraum installierten Gemälden sowie dem Text 'California Dreamin'...' der Kunsthistorikerin Jana Kreutzer, der sich mit den Landschaftsmotiven der Gemälde auseinandersetzt. Das begleitende Künstlerbuch 'Browser' vereint limerickartige Reime und Textfragmente mit Zeichnungen aus Skizzenbüchern, die in der Zeit vor der Ausstellung entstanden sind. Eine neue Videoarbeit, die in Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Max Draper entstanden ist, nutzt das Genre der so genannten Desktop-Documentary als Ausgangspunkt, um Themen wie Kommunikation, Übersetzung und damit einhergehende Missverständnisse zu untersuchen. Das Video wurde zum Abschluss der Ausstellung online präsentiert.

A gallery space with two paintings

Ausstellungansichten von Lena Engel.

A gallery space with two paintings
A large painting in a gallery space
Two paintings in a gallery space
A gallery space with some paintings and a view of a street
A blue painting in a white space
A person standing in a gallery looking at a painting

Text

California Dreamin'…, Jana Kreutzer

Jonah Gebka integriert in die Malereien seiner Ausstellung Blue Light malerische Reproduktionen ikonischer Landschaftsdarstellungen der Gegenwart: Die vorinstallierten Wallpaper des Apple-Betriebssystems macOS. Seit 2013 benennt das US-amerikanische Unternehmen neue Upgrades ihres Betriebssystems nach kalifornischen Orten und gibt diesen durch eine Fotografie derselben als Wallpaper ein Gesicht. So fanden sieben Fotografien kalifornischer Naturwahrzeichen den Weg auf die Desktops von knapp hundert Millionen macOS-NutzerInnen weltweit.

007

Looking Glass

Museum der Universität Tübingen / Alte Kulturen, Tübingen, 06.05.2022 – 16.05.2022
Für 'Looking Glass' wurden Zeichnungen als teilweise transparente Foliendrucke an die Vitrinen des Museums Alte Kulturen angebracht. Dabei griffen die Zeichnungen und ihre Positionierung sowohl räumliche als auch inhaltliche Aspekte der Sammlung auf: In Betrachtung vertiefte Figuren stehen fragmentarischen Darstellungen ausgewählter Objekte gegenüber. Verbindendes Element bilden die Blicke der figürlichen Darstellungen. Im Rahmen der Ausstellung erschien ein limitiertes Begleitheft, welches neben den Zeichnungen einen Text des Kunsthistorikers David Kühner enthält und zur Mitnahme im Ausstellungsraum auslag.

Museum display cases filled with greek vases and sculptures, a drawing of a female figure is glued to the glass of the display case

Ausstellungsansichten von Jonah Gebka.

Museum display cases filled with greek vases and sculptures, a drawing of a female figure is glued to the glass of the display case
Museum display cases filled with greek vases and sculptures, a drawing of a group of men observing each other is glued to the glass of the display case
Museum display cases filled with greek vases and sculptures, a drawing of a group of men observing each other is glued to the glass of the display case
Museum display cases filled with greek vases and sculptures, a drawing of a female figure holding a mobile is glued to the glass of the display case
Museum display cases filled with greek vases and sculptures, drawings of a male figure and a stylized lion's head are glued to the glass of the display case
Museum display cases filled with greek vases and sculptures, a drawing of a male figure is glued to the glass of the display case

006

re:working archives

PLATFORM, München, 02.02.2022 – 18.02.2022

Die Gruppenausstellung 're:working archives' brachte Arbeiten der Künstler:innen Dominik Bais, Cana Bilir-Meier, Philipp Gufler, Hyesun Jung und mir zusammen, welche gängige Vorstellungen vom Archiv verändern, revidieren oder neu definieren. Die Kunstwerke wurden zusammen mit repräsentativen Leihgaben aus den unabhängigen (nichtstaatlichen) Archiven AAP Archive Artist Publications und Forum Queeres Archiv München e.V. gezeigt. Die Kuratorin Julia Wittmann präsentierte damit Geschichte und ihre Archivierung als ein unabgeschlossenes Konstrukt.

A person in black with a red bag standing in a gallery space infront of a table with four paintings hanging on the wall behind it

Ausstellungsansichten von Manuel Nieberle.

A gallery space with white walls, a grey floor, two long tables and six small paintings hanging on a wall
Five paintings of hands holding books on white walls
Many different artists books laying on a big white table
A group of people sitting at a large white table reading in different books with paintings hanging in the background

005

Take Your Time

Boutwell Schabrowsky, München, 06.05.2021 – 12.06.2021
Die Einzelausstellung 'Take your time' zeigte 40 Arbeiten aus der Serie 'A—Z', aufgereiht in regelmäßigen Abständen an den Wänden der Galerie. Zwei Texte und ein Film begleiteten die Ausstellung. Die Essays 'Der Raum der Übersetzung' von Peter Westwood und 'Wiederholtes Greifen nach Antworten, die nicht ganz zu greifen sind' von Johanna Strobel beschäftigen sich mit medialen Übersetzungsprozessen sowie dem Verhältnis von Reproduktion zu Original. Im Film 'How To', entstanden in Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Max Draper, wurden die der Ausstellung vorangegangenen Arbeitsprozesse reinszeniert; ergänzt durch eine Stimme aus dem Off, welche eine detaillierte Anleitung zur Herstellung der in der Ausstellung gezeigten Bilder gibt.

A gallery space with white walls, a wooden floor and ten small paintings hanging on the wall

Ausstellungsansichten von Max Draper und Jonah Gebka.

A gallery space with six paintings on the wall, a window to the left and a door to the right
Five paintings of hands holding books on white walls, a blue and a yellow book in the foreground
Eight paintings of hands holding books on white walls
Three paintings of hands holding books on white walls
A view of a gallery space with several paintings and a large window looking onto a street
A painting of a hand holding a book hanging on a column with a view of bushes and a street seen through a large window in the background

Text

Wiederholtes Greifen nach Antworten, die nicht ganz zu greifen sind, Johanna Strobel

Bildlich gesprochen stelle ich mir Jonahs Gemälde auf der High-Noon-Position einer kreisförmigen Linie der Bildverteilung vor; als würden seine Werke aus einem referenziellen Bestandsarchiv auftauchen, um einen tiefen Atemzug zu nehmen, bevor sie zu Referenzen für nachfolgende Arbeiten werden oder als Dokumentations-JPEGS in Hito Steyerls Schwarmzirkulation des „armen Bildes‟ zurücktauchen, wo es keine Rückverfolgung zu einem primären Original mehr gibt (Steyerl, 2009). Während Jonahs handgefertigte Bilder von Natur aus so authentisch und einzigartig sind wie nur möglich, entstammen ihre Motive einer langen Reihe von gleichzeitigen Reproduktionen ähnlicher Versionen und Wiederholungen, die eine Rückverfolgung dessen, was auf was verweist, nicht zulassen.

Text

Der Raum der Übersetzung, Peter Westwood

Der Akt des Übersetzens kann als Suche nach dem Realen oder als Bemühen um Wahrhaftigkeit betrachtet werden. Angesichts ihres interpretativen Charakters können eine Übersetzung und ihr Originaltext jedoch auch als leicht ungleiche, parallele Bekannte betrachtet werden, die in einem Raum zusammenleben, der durch seine Atmosphäre der Variation und Differenz erkennbar wird. Der mexikanische Dichter Octavio Paz vertritt die Auffassung, dass die Vorrangstellung und die Stabilität eines Textes immer in Frage gestellt werden, da die Übersetzung im Grunde in jeden Sprechakt eingebettet ist. Paz hinterfragt die hierarchischen Beziehungen zwischen Original und Übersetzung und behauptet, dass „... alle Texte original sind, weil jede Übersetzung einzig ist‟ (Barnstone, 199, S. 5).

004

Image Runner

Galerie der Künstler:innen, München, 08.09.2020 – 04.10.2020
Die Präsentation 'Image Runner' fand im Rahmen der Reihe Debutant:innen des Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e. V. statt. In den Räumen der Galerie waren neben meinen Arbeiten Einzelpräsentationen von Helena Pho Duc und dem Künstler:innenduo Hennicker-Schmidt zu sehen. Diese wurden durch eigene Publikationen der Künstler:innen ergänzt. Meine Präsentation 'Image Runner' wurde von der gleichnamigen Publikation begleitet, erschienen im Hammann von Mier Verlag. In den Galerieräumen zeigte ich fünf großformatige Arbeiten auf Leinwand und neun Papierarbeiten aus der Serie 'Key Operators'.

Two blue paintings hanging in a large gallery space with an open arch leading to a second space

Ausstellungsansichten von Asja Schubert.

A blue painting of a young man laying in bed looking at a brightly lit laptop screen with a second painting seen through an open arch in the background left of the painting
A blue painting of a young man laying in bed looking at a brightly lit laptop screen
A large painting of a man standing at a photocopier in a library hung in a large gallery space
A group of nine framed watercolours hung on a white wall to the right and a large blue painting seen through an open arch in a second space on the left
A group of nine framed watercolours hung on a white wall to the left and a single framed watercolour painting hung on a wall to the right
A group of nine framed watercolours hung on a white wall

Text

Man in office making copies using photocopier, Juliane Bischoff

Jonah Gebkas Publikation „Image Runner‟ basiert auf einer Reihe von Zeichnungen und Kopien, die er in den letzten drei Jahren produziert und weiterverarbeitet hat. Sie zeigen scheinbar typische Handlungen und Gesten von Büroarbeit, generische Bilder von „White Collar Work‟, die keinem spezifischen Kontext und keiner exakten Zeit zugeordnet, unbestreitbar aber mit der Gegenwart verbunden sind. In diesem Moment im Juni 2020 erscheinen sie gar als Resonanz auf die aktuelle Situation der Covid-19-Pandemie, ein kollektiver Zustand von Isolation und der Gebundenheit an ein begrenztes Wohn- und Arbeitsumfeld. Im folgenden Text möchte ich mich in Relation zu Jonahs Publikation Aspekten des Herstellens, Vervielfältigens und Verarbeitens von Bildern, der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit von Arbeit innerhalb von Machtstrukturen und der Verkörperung sozialer Normen und Normierungen zuwenden.

003

How To

Galerie der Künstler:innen, München, 25.06.2019 – 30.06.2019
Teil der Gruppenausstellung 'Tacker'. Gezeigt wurden neun Arbeiten der Bildserie 'Alternativen' sowie die Publikation 'How To'. Die Bildserie zeigt konkrete Handlungen, etwa Kopieren, Staubsaugen oder Laub Rechen. Die mehrfache malerische Umsetzung dieser Motive und die sich daraus ergebenden, leicht unterschiedlichen Bilder sind als unterbrochene Sequenz an der Wand installiert. Die geheftete Publikation 'How To' befand sich zum Mitnehmen in einer nüchternen Prospektbox, welche an der Wand angebracht war. Die Publikation kombiniert gefundene Darstellungen aus verschiedenen Montageanleitungen mit eigenen Zeichnungen. Die sachliche Ästhetik der dargestellten Anweisungen wird sukzessive durch deren Wiederholung, Verzerrung und überspitzten Gegenüberstellung in Frage gestellt.

Five paintings of of men raking leaves and hoovering a sofa hanging on the walls of a light flooded gallery
Five paintings of of men raking leaves and hoovering a sofa hanging on the walls of a gallery
A painting of a man photocopying and a booklet with drawings hanging on the walls of a gallery
A painting of a man photocopying hanging on the wall of a gallery

002

Diplom

Akademie der Bildenden Künste, München, 07.02.2018 – 11.02.2018
Gezeigt wurde eine Auswahl kleinformatiger Arbeiten auf Papier, die aus 24 Teilen bestehende Arbeit „Hintergrund‟ und die Publikation „Companion‟. Die Arbeiten befassen sich generell mit Fragen der Bildreproduktion sowie dem Verhältnis von Bildmotiv zu Bildrand. Neben leer gefegten Landschaftsansichten, deren romantisches Versprechen durch analoge und mechanische Vervielfältigung gebrochen wird, sind in einigen Arbeiten beschäftigte Männer zu sehen, welche Tätigkeiten des Ordnung Schaffens nachgehen. In der zum Mitnehmen ausgelegten Publikation „Companion‟ unterhalten sich zwei anonyme Gesprächspartner:innen über die Oberfläche eines bildähnlichen Gegenstandes. Ausstellungsansichten von Sebastian Schels.

An white exhibition space with a row of five paintings on the left and a large group of paintings on the right

Ausstellungsansichten von Sebastian Schels.

Twenty-four similar paintings of a group of trees hung in four rows of six
A row of five paintings on a white wall with a door leading to another room on the right
A drawing of a man holding a lamp and a green-monochrome watercolour painting of a forest hung on a white wall
An ink-drawing of empty canvas in a forest, an acrylic painting of a man raking leaves and a purple watercolour of a tree falling
A watercolour painting of a man in a checkered suit lying on a checkered cover on grass hanging on a white wall

001

Boxenstop I

Staatliche Graphische Sammlung, München, 09.06.2017 – 25.06.2017

Mit 'Boxenstop I' realisierte die Staatliche Graphische Sammlung München in Zusammenarbeit mit den Druckgraphischen Werkstätten der Akademie der Bildenden Künste München erstmals ein Ausstellungsprojekt, das ausschließlich für die Vitrinen in der Pinakothek der Moderne konzipiert wurde. Vorausgegangen war ein von der Staatlichen Graphischen Sammlung München ausgeschriebener Wettbewerb, bei dem aus 60 Vorschlägen 12 künstlerische Positionen juriert wurden. Meine Präsentation bestand aus sechzehn schachbrettartig angeordneten Blättern in einer der Vitrinen. Die Bilder zeigen neben Landschaften, Pflanzenstillleben und Figuren auch Motive, die nur entfernt an einen Gegenstand erinnern. In einigen Fällen sind die Aquarelle und Tuschezeichnungen mit einem Tintenstrahldrucker überdruckt, so dass Original und Reproduktion nicht mehr zu trennen sind.

A photo of a glass showcase with sixteen works on paper arranged in a chessboard-like fashion